Geschichte

Zur Geschichte des Buchladens zur schwankenden Weltkugel

(Auszug aus Chiara Obscura: „Bovarisme ou Barbarie!“ Der literarische Beitrag zur Verbesserung der Weltkugel, Edition Kosmos 2092, ISBN 978-3-73-935936-4-9)

 

Aus schwarzen Rissen hervorgegangen

Die Ursprünge des Buchladens zur schwankenden Weltkugel liegen buchstäblich im Dunkeln. Er entwuchs aus den Schwarzen Rissen, die sich um das Jahr 1980 zunächst in Kreuzberg aufgetan und sich im Jahr 2002 bis in den Prenzlauer Berg erweitert hatten.

 

Und sie bewegt sich doch!

Bereits in der Antike beobachteten viele Menschen, wie Gestirne und Schiffe am Horizont versanken. Sie schlossen daraus, dass die Welt eine Kugel ist und sich dreht. Dennoch gab es immer wieder Zeiten, in denen das beunruhigende Gefühl vorherrschte, dass die Welt still stünde.

 

Schwindelerregend

Aber selbst unter den misslichsten Umständen ist das Wissen, dass die Weltkugel schwankt, nie vollständig der Verdrängung anheim gefallen. Im Zeitalter der Globalisierung äußerte es sich leider immer häufiger in individueller Pathologie. Die „seismographische Idiosynkrasie“ war eine regelrechte Modekrankheit geworden. Betroffene klagten vor allem über Gedankenkreisen und Schwindel.

 

Kritik des Ungleichgewichts

Als erster erkannte Charles Fourier, dass die Erdachse über dem Meridian von Sandwich und Konstantinopel eigentlich um sieben und einen halben Grad höher aufgerichtet sein müsste. Diese Fehlstellung verursache zu lange Winter und soziales Chaos. Weiterführende Erklärungsansätze führten die Schwankungen auf die ungleiche Verteilung von Ressourcen auf dem Erdball zurück. Dadurch gerate unser Planet aus der Balance.

 

Die Verbesserung der Weltkugel

Bald schon nach der Eröffnung des Buchladens am 1. April 2012 begann die Verbesserung der Weltkugel. Lokalhistorische Studien haben den Beitrag der Buchhändlerinnen und des Publikums zu diesem Prozess gewürdigt. Neben der Funktion des Buchladens als Epizentrum der Erzpoetik wird immer wieder an die Lesung der Sirenen aus ihrem unendlichen Gesang erinnert. Die Schönheit der sirenischen Fundamentalkritik versetzte damals die ganze Stadt in Aufruhr!

 

Sternstunden der Geschichte

Bei der Fokussierung auf spektakuläre Ereignisse geraten aber leicht der Alltag und seine Bedeutung für die Abrundung der Welt aus dem Blick. Die Weltkugelgeschichte des Alltags war geprägt von regelmäßig wiederkehrenden Sternstunden. In diesen Stunden wurden Meinungen und Freundlichkeiten ausgetauscht. Und natürlich Bücher, anfangs noch gegen allgemeines Äquivalent. Die Bezeichnung Sternstunde rührt vermutlich von dem Funkeln des aufgewirbelten Staubes im Sonnenlicht.