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Buchtipps

Im Elfenbein Verlag erscheint jetzt der autobiographisch gefärbte Romanzyklus Almosen fürs Vergessen von Simon Raven (1927–2001).

Sieben Jahre später, an ganz anderem Ort: Der junge jüdische Mathematiker Daniel Mond nimmt widerstrebend den Auftrag seines Cambridger Professors an, sich ins Land der Nazis, nach Göttingen, zu begeben. An der dortigen Universität soll er den Nachlass eines verstorbenen Kollegen entschlüsseln, geheimnisvolle Formeln, an denen schon einige vor ihm gescheitert sind.

Der Klappentext feiert die Titanic-Redakteurin Ella Carina Werner als „eine der humorvollsten Kämpferinnen für den Feminismus“. Nach der Lektüre bleibt festzuhalten: ist nicht gelogen.

Ursula López ist nicht die, die sie sein sollte, dessen ist sie sich sicher. Sie hätte nicht als ungeliebter Schatten ihrer schönen Schwester aufwachsen sollen. Sie will sich weder mit ein paar Pfunden zu viel, noch mit Diäten rumschlagen, und sie will kein bescheidenes, einsames Leben leben. In ihr brodelt ein Hass, den schon der schräge Blick einer Verkäuferin zum Überschäumen bringen kann.

Es ist schwer, nicht zu viel zu verraten über den zweiten Montevideo-Krimi von Mercedes Rosende, weil er so gut anschließt und seine Figuren dort abholt, wo Die falsche Ursula sie enden ließ.

Wie die uruguayische Autorin Mercedes Rosende arbeitet die Französin Hannelore Cayre in zweitem Beruf als Anwältin. Auch die Protagonistinnen ihrer Kriminalromane haben einiges gemeinsam. Sie werden gerne ausfällig. Und weil sie sich keine Hoffnung machen, dass irgendwer dem Verbrechen das Handwerk legen wird, greifen sie lieber selbst zu, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Der Evolutionsbiologe und Virologe Rob Wallace hat früh gemerkt, dass Mikroskope und Gen-Sequenzierung nur bedingt hilfreich sind, um die Frage zu beantworten, warum Epidemien wie Vogelgrippe, Ebola und SARS auftauchen. Warum entsteht ein neuer Erreger an einem bestimmten Ort, und wie verbreitet er sich?

Von Menschen, Macken und Mäusen (bzw. Hamstern, Kaninchen, Fidschileguanen und Weltraumwalen) Bücher und Comics für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren, empfohlen von jungen Kritiker*innen und alten Mit- bzw. Vorleser*innen:

Antifa im Osten, WG-Leben in der Provinzstadt, wenig Geld, nette Typen, Scheißtypen („Und warum sind in deiner feministischen Band nur Männer, du Arschloch?“), die Frage nach dem Sinn des Studiums, das Aufbegehren gegen die großen und kleineren Zumutungen der Welt („Nach ‚als dicker Mensch zum Arzt gehen‘ oder ‚als dicker Mensch angeflirtet werden‘ ist ‚als dicker Mensch shoppen gehen‘ eine dieser Sachen, bei denen man die Welt brennen sehen will“), Liebeskummer, ungeplante Schwangerschaften, Saufen, vor allem aber große Frauenfreundschaften und s

Eine neue Erklärung, wie denn nun zu Urzeiten der Staat der Geschichte entsprungen ist, liefert dieses Buch nicht. Zunächst, weil es den einen Anfang nicht gibt. Der Politologe und Anarchist James C. Scott fasst „Staatlichkeit“ als „institutionelles Kontinuum“, „weniger ein Entweder-oder als ein Mehr oder Weniger“. So sind aus den Gemeinwesen des frühen Mesopotamien, Orten wie Ur, Uruk und Eridu, auf die sich Scotts Untersuchung vor allem bezieht, zwischen 6500 und 3000 v. Chr. erst ganz allmählich ummauerte Kleinstaaten geworden.