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Buchtipps - Romane/Erzählungen

Paris ist die romantischste Stadt der Welt, aber die Miete ist hoch und das Herz einsam. So einsam, dass es schon einen Satz macht, wenn „der Grieche“, der vielleicht auch ein Türke oder Italiener ist, eine Gratisportion Pommes zum Sandwich spendiert.  

Die Kapitänin Pia Klemp hat ihre Erfahrungen an Bord der Rettungsschiffe Iuventa und Sea Watch 3 in einem sehr spannenden Roman verarbeitet.

Schon vor acht Jahren hat der Autor einen Teil der eigenen Familiengeschichte literarisch bearbeitet: In In Zeiten des abnehmenden Lichts thematisierte er die familiäre Entwicklung im Osten Deutschlands bis zum Ende der DDR. In seinem neuen Roman geht er historisch einen Schritt weiter zurück, ins Moskau der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, der Zeit des Stalinschen „Großen Terrors“.

Ausgehend von den Schwestern Effia und Esi, die getrennt aufwachsen und sich nie begegnen sollten, folgt Yaa Gyasi in ihrem sprachgewaltigen Debütroman den Nachkommen der beiden Frauen über knapp 250 Jahre. Effia wird um 1780 an den Gouverneur der englischen Festung an der westafrikanischen „Goldküste“ verheiratet. Sie bleibt bei ihrem Mann, denn sie weiß: Nach Hause zurück kann sie nicht.

Schwarz und weiß getrennt, rund geschliffen, in Scheiben geschnitten und säuberlich geschichtet? Für Christine, Spross einer Familie, in der jiddische und afroamerikanische Kultur vielfach miteinander verbunden sind, gehört eine solche verkekste Logik zu den Zumutungen, mit denen man sich in dieser Welt rumschlagen muss. In der opulenten Fusion-Küche ihrer Großmutter, bei der Christine aufwächst, kommen Oreos jedenfalls nicht vor.  

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Wer je selbst einmal Lehrling war, kennt diese Wendung bis zum Überdruss.

Im Jahr 2005 ist Bagdad eine zerrissene Stadt. Inländische und ausländische Sicherheitskräfte, sunnitische und schiitische Milizen sind in einem Guerillakrieg verfangen, aus dem kein Ausweg in Sicht ist. Selbst das „Amt für Beobachtung und Beurteilung“, in dem altgediente Baathisten Astrologen und andere Mitarbeiter mit hellseherischen Fähigkeiten beschäftigen, weiß keine Lösung. Ihrer geheimdienstlichen Weisheit letzter Schluss ist derselbe wie überall: Man kontrolliert noch immer den Terror am besten, den man selbst verübt.

In den 1970er und 1980er Jahren erscheint der kleinen Mimi die Welt einigermaßen in Ordnung. Die Welt ist für sie ein kleines Städtchen an der Havel. Alle Pflasterstraße führen zu den alten Ziegeleien und sind ausgewetzt von den Fuhrwerken, die seit der industriellen Revolution darüber gefahren sind. Auch die Menschen sind von den Ziegeleien gezeichnet. Ob Karl Marx auch dort war, um dem Proletariat zu helfen?

Was für ein Einstieg: Nachts auf der Flucht vor dem Nazi-Bruder der Liebsten nackt auf dem Rennrad durch den Pfälzer Wald. Und es geht so weiter: mitreißend, hart, lakonisch, berührend und immer wieder unfassbar und unerwartet witzig.

Drei kleine Jungen werden Opfer eines Autobombenattentats auf einem Markt in Delhi. Die beiden Khurana-Brüder, elf und dreizehn Jahre alt, sterben. Ihr Freund Mansoor überlebt. Es war „eine kleine Bombe“, wie sie in den 1990er Jahren in Indien laufend explodieren. Selten führen die Ermittlungen zu einem Ergebnis, eine Explosion übertönt die Erinnerung an die vorige, es wird kein großes Aufheben darum gemacht.