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Die Wehrmacht

Eine Bilanz

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783442155613
Sprache: Deutsch
Umfang: 352 S., 130 s/w Illustr., ca. 150 s/w-Fotos
Format (T/L/B): 2.5 x 18.4 x 12.5 cm
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Die Geschichte von Hitlers Streitmacht in populärer Zusammenfassung 18 Millionen Männer dienten in ihr, fast sechs Jahre lang führte sie den wohl blutigsten Krieg der Weltgeschichte und hielt zeitweise halb Europa besetzt, bis schließlich alles in der totalen Niederlage endete: Hitlers Wehrmacht. Auf die Person Hitlers persönlich vereidigt, geriet sie zum Werkzeug der Diktatur und zum Erfüllungsgehilfen des wahnhaften Rassenkrieges. Spätestens seit den heiß diskutierten Wehrmachtsausstellungen steht Hitlers Armee im Zentrum kritischer Betrachtung. Guido Knopp zeigt sie als wichtigstes Machtinstrument des "Kriegsherrn" Hitler und untersucht die Rolle der Akteure vom General bis zum gewöhnlichen Soldaten. Dabei nutzt er die Chance, letzte Zeitzeugen zu befragen, und stützt seine Dokumentation auf zum Teil unbekanntes Material.

Leseprobe

Fast 18 Millionen Männer dienten in ihr, mehr als fünf Jahre führte sie den wohl blutigsten Krieg der Weltgeschichte, hielt zeitweise halb Europa besetzt und endete doch in der totalen Niederlage: Hitlers Wehrmacht war mehr als nur die größte kriegführende Armee der deutschen Geschichte; sie war ein Millionenheer, das einen größeren Machtbereich besetzte als je eine deutsche Streitmacht zuvor. Auf die Person des Tyrannen persönlich vereidigt, verkam sie zum Werkzeug der Diktatur und zum Erfüllungsgehilfen des wahnhaften Rassekriegs - gehorsam bis zum eigenen Untergang: Fast fünf Millionen Wehrmachtsoldaten kamen im Krieg oder in der Gefangenschaft ums Leben. Zehn Jahre, nachdem die Ausstellung 'Verbrechen der Wehrmacht' für einen einzigartigen und dauerhaften Streit in Deutschland gesorgt hat, ist es an der Zeit, eine Bilanz der Wehrmacht zu ziehen. Viele Zeitzeugen sind nun in einem Alter, in dem sie noch befragt werden können, in dem die Zurückhaltung früherer Tage dem Bedürfnis weicht, die oft bedrückenden, traumatischen Erlebnisse mitteilen zu können. Die 'Wehrmachtdebatte' hat eine Vielzahl von Forschungen angestoßen, die es uns heute ermöglichen, ein neues und differenziertes Bild zu zeichnen. Zumal in den Archiven Osteuropas aus neuen Quellen geschöpft werden konnte. Überdies wurde ein großer Fundus von Protokollen des britischen Geheimdienstes ausgewertet, der die Gespräche deutscher Generäle und hoher Offiziere in der Gefangenschaft belauscht und aufgezeichnet hat. Deren Aussagen vermitteln neue, ungeschminkte Erkenntnisse zu der Frage, wie namhafte Militärs den Krieg und die Verbrechen sahen und inwieweit sie selbst verstrickt waren. Dabei geht es nicht nur um die Institution Wehrmacht, sondern auch um ihre Akteure - die Generäle, die Offiziere, die Unteroffiziere und Soldaten, um 'ganz gewöhnliche Männer' in der Armee. Eine Truppe gehorsamer 'Jawoll'-Sager? Oder ein Millionenheer missbrauchter junger Männer? Wie konnte die durch die Bestimmungen des Versailler Vertrags eingeschränkte Armee derart aufrüsten, dass sie in den ersten Kriegsjahren überaus schlagkräftig war? Wie gerieten die deutschen Streitkräfte in den Sog des Regimes, wie veränderte sich das Verhältnis zu Hitler? Wie wurde aus der 'Wehrmacht' eine Vernichtungs-Kriegsmacht? Wie ließ sie sich in Verbrechen gegen die Menschlichkeit verstricken? Was wussten die Soldaten von den Verbrechen an der Front und hinter der Font? Warum gab es nur so wenig Widerstand? Und wie gelang es dem Regime, die Wehrmacht in einem aussichtslosen Kampf bis zum bitteren Ende an sich zu binden? Im Zentrum stehen authentische Schicksale von Offizieren und Soldaten, die spiegeln, wie sich das Selbstverständnis, die Handlungsspielräume, die Erfahrungen von Sieg und Niederlage in Hitlers Heer wandelten - und es geht um Menschen anderer Nationen, die gegen deutsche Soldaten kämpfen mussten, unter ihrer Besatzung lebten oder litten. Sie berichten aus verschiedenen Perspektiven, welche Erfahrungen sie mit der Wehrmacht verbinden. Angriff auf Europa Als die Wehrmacht am 1. September 1939 Polen angriff, war ganz Europa überrascht von der Schlagkraft einer Armee, die noch sechs Jahre zuvor nur aus 100 000 Mann bestanden und weder Flieger noch Panzer besessen hatte. Leistete die alte 'Reichswehr' noch auf eine Verfassung den Eid, gab es seit 1934 das Treuegelöbnis auf Hitler persönlich. Es war ein Schritt zur Sicherung bedingungsloser Gefolgschaft - mit fataler Wirkung. Viele Deutsche hatten sich nach 1935 für eine Laufbahn in der Armee entschieden oder fanden Arbeit in den Rüstungsbetrieben, denen die Nazis nun die Auftragsbücher füllten. Doch der Krieg war eine Sache der Generalität. Anders als 1914 gab es 1939 unter der Bevölkerung und unter den Soldaten wenig Kriegsbegeisterung. Einige der Generäle freilich hatten Hitler schon im Februar 1933 zumindest nicht widersprochen, als der 'Lebensraum im Osten' als sein Ziel angab. Die Sehnsucht nach Revanche für die N