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Kopf über Wasser

Der Hallenbad-Roman

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783903184787
Sprache: Deutsch
Umfang: 304 S.
Format (T/L/B): 2.7 x 20.6 x 14 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

Das Leben ist kein Hallenbad. Oder doch? Ein Roman, der tief eintaucht in die Atmosphäre eines alten Hallenbads samt seinen Besitzern, Mitarbeitern und trinkfesten Gästen. Charmant und gewitzt erzählt, aber ein bisschen Horror darf auch nicht fehlen. Werner und Marina Antl sind die Besitzer eines alten Hallenbads, sie haben alle Hände voll zu tun, um den täglichen Betrieb aufrechtzuerhalten. Gemeinsam mit ihrer spätpubertären Tochter Rose, der resoluten Kantinenwirtin Bella, Bademeister Fred und dem Rest der unmotivierten Belegschaft müssen sie ihr desolates Haus nicht nur für die paar Stammgäste am Laufen halten, sondern auch gegen die Pläne eines windigen Politikers verteidigen. Der Stress legt noch einen Zahn zu, als plötzlich ungewöhnliche Dinge passieren, zwei Saunagäste tauchen regelmäßig wie aus dem Nichts auf, eine alte Dame im Badeanzug tastet sich durch die Gänge, und dann findet sich auch noch ein mysteriöses Kästchen mit der Nummer 25. Gibt es auch im Hallenbad eine Parallelwelt? Diese Frage muss verschoben werden, zumindest bis nach dem Jubiläumsfest, das in ein paar Tagen ansteht, und auf das sich die meisten schon sehr freuen. Wolfgang Millendorfer taucht in seinem Roman in den skurrilen Mikrokosmos eines Hallenbads ein, das ein mysteriöses Eigenleben entwickelt.

Autorenportrait

Wolfgang Millendorfer geb. 1977, Autor und Journalist. Stipendien und Auszeichnungen, u.a. Burgenländischer Literaturpreis, Preis der Burgenlandstiftung Theodor Kery, nominiert für den burgenländischen Buchpreis 2018. Zahlreiche Beiträge in Anthologien, Teilnahme an Ausstellungen und Kunst-Festivals, Mitglied im P.E.N.-Club. Zuletzt mit den Programmen ich gegen mich sowie Karaoke your Life in Österreich unterwegs.

Leseprobe

Fred hat tatsächlich soeben ein kleines Bier getrunken. Es war aber sein erstes und somit ist er noch weit davon entfernt, angetrunken zu sein. Das kommt erst, das dauert noch. Aber rauchen muss er eine, und da er seine Aufsichtspflicht ernst nimmt, raucht er sie am Beckenrand. Und das muss er jetzt tun, denn in einer halben Stunde kommen ein paar Schulklassen und dann gibt es kein Rauchen, sagt die Chefin und in diesem Fall hat sie recht, so wie beim Babyschwimmen, das sieht Fred ein. Er zündet eine Zigarette an, zieht, steckt seine Bademeisterpfeife in den Mund und bläst den Rauch mit einem lauten Pfiff oben aus der Pfeife raus. Das ist sein Markenzeichen, so etwas amüsiert ihn. Der laute Pfiff schreckt die Badegäste auf. Die Badegäste - das sind die beiden Kinder, die gelangweilt im Wasser stehen, weil sie nicht springen dürfen, der alte Nazi, der in seinem Ganzkörper-Badeanzug langsam auf und ab treibt, Georg und Grant in der Kantine, aber die hören den Pfiff nicht und sind in dem Sinn auch keine Badegäste, und die Mutter, die ihr Baby im Arm schaukelt und nicht zu wissen scheint, dass das Babyschwimmen im Winter immer erst am Mittwochnachmittag stattfindet. Als sie das Oberteil abnimmt, dreht Fred den Kopf zur Seite, so viel Anstand hat er - und wenn er Brüste sehen will, dann kann er in die Sauna gehen, jeden Tag; auch wenn es nicht viele sind und fast immer dieselben. Es ist kurz vor viertel zwölf und wenn man das Baby mitzählt, sind fünf Badegäste da. Auf dieser Seite des Paralleluniversums wird nach anderen Regeln gespielt. Und trotzdem hat auch hier vor eineinviertel Stunden ein neuer Badetag begonnen. Muss er ja.

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