Coronakontrolle, oder: Nach der Krise ist vor der Katastrophe (gebundenes Buch)

Die Post-Corona-Gesellschaft und was sie uns über die Zukunft erzählt
ISBN/EAN: 9783903290372
Sprache: Deutsch
Umfang: 179 S.
Format (T/L/B): 1.5 x 21.7 x 13.5 cm
Auflage: 1. Auflage 2020
Einband: gebundenes Buch
15,00 €
(inkl. MwSt.)
Lieferbar innerhalb 24 Stunden
In den Warenkorb
Zu Beginn der Pandemie, die als 'Coronakrise' in die Geschichte eingehen soll, gab es noch eine Reihe von Hoffnungen. Die Krise wu¨rde zu mehr Einsicht in die Notwendigkeit gesellschaftlich-solidarischer Einrichtungen fu¨hren, zu mehr Wertscha¨tzung fu¨r A¨rzte und P egepersonal, zu mehr Solidarita¨t in den Bevo¨lkerungen. Als kleines Nebenprodukt wu¨rde sie die Frage erlauben, ob der Kapitalismus in seiner aktuellen Form wirklich die beste Weltordnung lief- ere, sie wu¨rde Autokraten enttarnen, den Populismus u¨ber u¨ssig machen, die Wertscha¨tzung fu¨r Kultur und Kritik wieder beleben, soziales Verantwortungs- gefu¨hl und ein Bewusstsein fu¨r den Kampf gegen die Umweltzersto¨rung erzeugen. Kurz: Die Krise wa¨re zugleich mit den Gefahren vielleicht auch eine Geburtshilfe fu¨r neue Chancen. Mit zunehmender Dauer mu¨ssen wir uns indes auch von den Hoffnungen auf eine bessere Post-Krisen- Welt verabschieden. Denn bereits als viele Menschen nur mit ihrem perso¨nlichen U¨berleben, mit ihren Einschra¨nkungen und mit der Verantwortung fu¨r die Na¨chsten zu tun hatten, setzt die Bewegung von Reaktion und Restauration ein. Die Hoffnungsbla- sen platzen und es zeichnet sich ab: Die Gewinner der Vor-Krise werden wieder die Gewinner der Nach-Krise sein (mit etlichen Verschiebungen, Ver- sta¨rkungen und Vermittlungen). Die Verlierer sollen weitere Verluste in Kauf nehmen - ganz im Dienste des 'Systems'. Mo¨glicherweise aber ist der Kipppunkt noch nicht erreicht, noch sind die Chancen, die fu¨r Kritik und Widerstand in einer Krise stecken, nicht endgu¨ltig vertan. Deswegen ist eine Analyse notwendig, die sich keine Illusionen macht, aber auf 'ta¨tige Hoff- nung' (Bloch) nicht verzichtet. Dafu¨r liefert das vorliegende Buch Material und Ansatzpunkte.
Georg Seeßlen, geboren 1948 in München, studierte Semiotik, Malerei und Kunstgeschichte und arbeitet als freier Autor, Feuilletonist und Filmkritiker.