Buchvorstellung: Léon Poliakov: St.Petersburg - Berlin - Paris

Liebe Freundinnen und Freunde des Buchladens zur schwankenden Weltkugel,

wir laden Sie und Euch herzlich ein zu Vorstellung der Mémoiren von Léon Poliakov. Sie sind dieses Frühjahr erstmals in deutscher Übersetzung unter dem Titel "St.Petersburg - Berlin - Paris. Mémoiren eines Davongekommenen" in der Edition Tiamat erschienen. Die Lektorin Janina Reichmann und Alex Carstiuc, einer der Übersetzer werden uns das Buch vorstellen.

Am Montag 15. Juli 2019 um 20 Uhr

Im Café Morgenrot, Kastanienallee 85, 10435 Berlin (im selben Haus wie der Buchladen)

 

Zum Buch:
Poliakov musste als Kind mit seinen Eltern vor der Oktoberevolution fliehen und gelangte über Berlin nach Paris, wo sein Vater das Pariser Tagblatt ins Leben rief und zum populären Sprachrohr von Schriftstellern wie Heinrich Mann und Oskar Maria Graf machte. 1940 geriet Léon Poliakov in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Flucht schloss er sich der Résistance an und beteiligte sich an der Rettung von Juden. Noch während der Befreiung Frankreichs begann Poliakov mit der Sammlung von Täterdokumenten und war Mitglied der französischen Delegation bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. Schon 1951 entstand auf Anregung von Alexandre Kojève und Raymond Aron seine Studie »Le Bréviaire de la haine«, der erste systematische Versuch, den Massenmord an den Juden zu dokumentieren. Poliakov betonte im Gegensatz zu deutschen Historikern schon sehr früh die zentrale Rolle des eliminatorischen Antisemitismus. Aber die um die Deutungshoheit der Shoa ringenden deutschen Geschichtswissenschaftler haben den Résistanceaktivisten und Autodidakten im akademischen Betrieb bis heute ignoriert.

 

https://edition-tiamat.de/st-petersburg-paris-berlin/