Martha Gellhorn: Reportagen

Mit 21 Jahren brach Martha Gellhorn ihr Studium ab und machte sich mit ihrer Schreibmaschine auf nach Paris, um Schriftstellerin zu werden. Berühmt wurde sie auch für ihre Zeitungsreportagen und Reiseberichte aus Kriegen, Krisengebieten und Gesellschaften im Umbruch. Gellhorn war nicht nur eine mutige Reporterin, ihre Berichte ragen heraus, weil sie ihren Auftrag herauszufinden, was los ist, mit solch aufrichtiger und gewissenhafter Neugier verfolgt. Stets auf Augenhöhe des Alltags, geht sie überall hin, spricht mit allen und lässt sich irritieren von dem, was sie erfährt.

Zwei Bände mit einer, von der Autorin selbst kommentierten Auswahl ihrer Reportagen aus sechs Jahrzehnten laden ein, Martha Gellhorn vor Ort in die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu folgen.

Zum Beispiel 1938 ins tschechoslowakische Grenzgebiet, wo die Menschen nach dem Münchener Abkommen wehr- und fassungslos den Einmarsch der Deutschen entgegensehen. Oder, im selben Jahr, nach England, das sich widerwillig vom Gefühl der Unverwundbarkeit verabschiedet und auf Luftangriffe der deutschen Noch-Verbündeten vorbereitet.

Nach der Befreiung vom Faschismus bleibt Gellhorn eine kritische Beobachterin der westlichen Demokratien. Sehr berührend ist ihr Bericht über einen Besuch in Warschau 1958. Unangepasste junge Menschen lehren sie dort, wie es sich unter widrigsten Bedingungen frei leben lässt, und bringen ihre Vorbehalte gegenüber dem Kommunismus gründlich durcheinander.

Gellhorn, Martha
Edition Tiamat
ISBN/EAN: 9783893202508
28,00 € (inkl. MwSt.)
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Gellhorn, Martha
Edition Tiamat
ISBN/EAN: 9783893202546
32,00 € (inkl. MwSt.)