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Les doigts coupés
Iris Konopik
22.10.2024
Deutsch
208 S.
1.7 x 18 x 11.5 cm
Argument Verlag mit Ariadne
i.konopik@argument.de
Glashüttenstr. 28
DE 20357 Hamburg
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Unser Tipp für Sie
Bei Bauarbeiten wird in einer Höhle in Südfrankreich ein Skelett gefunden, das Spuren eines gewaltsamen Todes aufweist. An den Höhlenwänden entdeckt man Abdrücke von Frauenhänden, denen ein Finger fehlt. Hier wurden offensichtlich vor langer Zeit Verbrechen begangen! Lässt sich noch aufklären, was geschehen ist – nach 40 000 Jahren?
In der Detektivarbeit geht es wie in der Archäologie darum, Spuren zu lesen und zu deuten. Während Erstere idealerweise den Fall aufklärt, beflügelt Letztere vor allem die wissenschaftliche Fantasie. Denn Theorien über das Leben in der menschlichen Vorgeschichte beruhen nur zum Teil auf exakter Wissenschaft und zu einem vielleicht größeren Teil auf gelehrter Spekulation. So spiegeln sie mehr oder weniger die Probleme und das gesellschaftliche Selbstverständnis der Gegenwart wider.
Wir wissen, dass sich in der Jungsteinzeit Homo Sapiens und Neandertaler begegneten, bevor Letztere aus unbekannten Gründen ausstarben. Dass wir noch heute Neandertaler-DNA in uns tragen, ist der materielle Beweis für die Begegnungen. Worüber wir nur spekulieren können, ist, wie diese Treffen vonstatten gingen. In welcher Sprache verständigten sie sich? Tauschten sie Technologien und Waren aus? Wie war der Sex? Apropos: Sammlerinnen und Jäger – stimmt das wirklich? Gab es damals schon die Geschlechterhierarchie und wie ist sie entstanden?
Die Paläontologin Paola Tabet ist auf Grundlage ihrer Forschungen zu dem Schluss gekommen, dass die Herrschaft der Männer auf drei Pfeilern ruht: Aneignung von Waffen und Werkzeugen, erzwungene Fortpflanzung, ökonomisch-sexueller Tauschhandel.
Von dieser Theorie hat sich die Kriminalschriftstellerin Hannelore Cayre, im bürgerlichen Beruf Strafverteidigerin, zu einem wirklich fabelhaften und originellen Roman Noir inspirieren lassen. Er ist clever, amüsant und auch noch spannend.