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ISBN/EAN: 978-3-7518-0988-7
Einband: gebundenes Buch
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Übersetzer:
Karin Betz
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
288 S.
Format (T/L/B):
2.7 x 22.1 x 14.5 cm

Hersteller:
MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH
Andreas Rötzer
info@matthes-seitz-berlin.de
Großbeerenstraße 57A
DE 10965 Berlin
https://www.matthes-seitz-berlin.de/

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Das Goldene Zeitalter

Roman

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Unser Tipp für Sie

Diese meisterhafte Satire über das Leben im China der Großen Proletarischen Kulturrevolution konnte erst einige Jahre nach Wang Xiaobos Tod (1997) in der Volksrepublik erscheinen. Bis heute ist das Buch dort ein Bestseller.

Der Icherzähler des Romans, Wang Er, ist ein »verdammter Intellektueller«, ein Schelm unter umgekehrten Vorzeichen: Er wehrt sich gegen Schikanen, indem er sich dümmer stellt, als er ist. Immer wieder schafft er es, mit blauen Flecken davonzukommen, in der Schule, der Studentenbrigade auf dem Land, der Industriekommune, und landet schließlich an einer Hochschule. Wang Ers Ambitionen sind vor allem sexueller Natur, sein »kleiner Mönch« möchte ein toller Hecht sein. Doch die Partei wacht auch über die Sexualmoral.

Maos Kulturrevolution installierte ein allgegenwärtiges System der Denunziation, Maßregelung und Bestrafung. Üble Nachrede im Billboard-Format, öffentliche Beschämung als Spektakel und kollektive Gewalt nährten und wurden genährt von einer perversen Lust daran, andere fertigzumachen.

Wang Er versucht die »verflossene Zeit« zu greifen, hängt seinen Erinnerungen nach – zum Beispiel an Professor Li, genannt Eichelhämatom, der verzweifelt versuchte, seinen Ruf wiederherzustellen, an den Selbstmord von Herrn He und den Tod eines vereinsamten Nachbarn. Er erinnert sich mit einer Arglosigkeit, die der Selbstzensur entgeht: »Mit einem mal wurde mir klar, dass der alte Mann zwar nervte und aus dem Mund roch, aber seinen Tod hatte ich nie ernsthaft gewollt.« Ähnlich unverblümt vertraut er uns seine Liebschaften an, in denen sich derbe Zoten und zärtliche Leidenschaft wunderbar verbinden. Kolossal gut!

Über Wang Xiaobo

Wang Xiaobo, 1952 in eine Pekinger Intellektuellenfamilie geboren, gilt als das Enfant Terrible der chinesischen Literatur. Von 1968-1970 in eine Landkommune in Yunnan verschickt, unterrichtete er später Soziologie an der Peking-Universität. In den 1990ern begann er, als freier Schriftsteller zu arbeiten, wurde jedoch nie vom staatlichen Kulturbetrieb anerkannt und veröffentlichte zunächst ausschließlich in Taiwan, wo er zweimal den United Daily-Literaturpreis gewann. 1997 starb er an einem Herzinfarkt. Karin Betz übersetzt chinesische und englische Literatur, ist Kulturvermittlerin, Herausgeberin, Moderatorin und DJ. Zu den von ihr übersetzten Autoren gehören neben Can Xue Liao Yiwu, Mo Yan, Liu Xiaobo und Liu Cixin. Für ihre Übersetzung von Can Xues Roman 'Liebe im neuen Jahrtausend' wurde sie für den Internationalen Literaturpreis des Haus der Kulturen der Welt 2022 nominiert.