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Thomas Meyer: Was soll an meiner Nase bitte jüdisch sein? Über den Antisemitismus im Alltag

„Ach, Sie sind Jude?

„Toll! Juden haben einen guten Humor!“

„Das ist ein Klischee.“

„Ich meine es aber als Kompliment!“

„Dann warten Sie doch bitte, bis ich tatsächlich etwas Lustiges gesagt habe.“

Das neue Buch von Thomas Meyer richtet sich an Menschen, die nicht antisemitisch sein wollen, aber nicht wissen, wie das geht. Oft wissen sie nicht einmal, dass sie nicht wissen, wie das geht. Thomas Meyer ist 47 Jahre alt und schätzt, „in meinem erinnerten Leben rund 700 gewaltlose antisemitische Übergriffe“ erlebt zu haben. „Alle drei Wochen ein blöder Spruch, das kommt ziemlich genau hin.“ Er argumentiert und erklärt und verbittet sich die „blöden Sprüche“ – vergebens: „Doch, ihr seid so! Doch, es ist so! – Das war stets die Quittung für meine verzweifelten Hinweise auf Vernunft, Logik, Geschichte und Respekt.“ Die blöden Sprücheklopfer fühlen sich verkannt, protestieren energisch gegen die Unterstellung, eine antisemitische Bemerkung gemacht zu haben, insistieren, es nicht bös gemeint zu haben; er sei zu empfindlich, er sei humorlos.*

Das Büchlein ist keine Analyse oder Geschichte des Antisemitismus. Es ist nicht mehr als ein Ratgeber für diejenigen, die das antijüdische Ressentiment „verlernen“ wollen, und als solches ist es sehr gut. 

* Thomas Meyer hat übrigens auch hochkomische satirische Romane verfasst, z. B. über das alte Preußen (Rechnung über meine Dukaten) oder die jüdische Weltverschwörung (Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit einer Spionin), beide als Diogenes Taschenbuch erhältlich. 

Über den Antisemitismus im Alltag
Einband: Leinen
EAN: 9783039300143
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Kategorie: Antisemitismus