Buchtipps

Sally Rooney erzählt die Liebesgeschichte zweier junger Menschen, die in der Oberstufe der Schule das erste Mal zueinander finden und, für sie selbst nicht ganz erklärlich, nicht mehr voneinander lassen können. Connell, Sohn einer Reinigungskraft, ist in der Schule der irischen Kleinstadt gut integriert und beliebt, während Marianne, aus einer…
Als gegen Ende der ersten Pandemiewelle die Rufe nach einer „Rückkehr zur Normalität“ immer lauter wurden, fragten wir in einem Aushang unseres Buchladens: „welche Normalität?“ Auch für Georg Seeßlen hält eine Rückkehr zur Normalität eher Schrecken denn Erleichterung bereit angesichts eines Systems, in dem Menschen nicht als Menschen, sondern in…
„Nüwa, die erste Göttin, irrte durch die stille Welt, und die Stille erfüllte ihren Leib mit Einsamkeit. Nahe einer Quelle fand sie gelbe Erde, sie nahm ein wenig davon in ihre Hände und begann eine Kreatur zu schaffen, die ihr ähnlich sah. Als sie diese Kreatur an die Quelle stellte, fing die Kreatur an zu lachen. Nüwa genoss den Klang dieses…
Always Coca-Cola ist die Geschichte dreier Freundinnen im Beirut der späten 1980er Jahre. Abir ist Studentin und lebt bei ihrer konservativen Familie. Wenn sie morgens ihr Spiegelbild betrachtet, prüft sie stets, ob es erste Anzeichen von Cellulite gibt. Im Spiegel reflektiert aber auch die Plakatwerbung von Coca-Cola an der Hauswand gegenüber.…
Es hilft nicht, aus Verzweiflung über virale Verschwörungstheorien, Fake-Wissen und Wirklichkeitsverleugner*innen auf die Wissenschaft zu pochen. Denn die Wissenschaft ist keine „Fahne, unter der man sich versammeln könnte“, kein Goldstandard, keine harte Währung in politischen Auseinandersetzungen, und am allerwenigsten ist, was Wissenschaft ist…
Laura Willowes, Tochter einer biederen Bierbrauerfamilie, findet keinen Gefallen am Heiraten. Wäre sie ein Mann, hätte sie womöglich die Brauerei übernommen und wäre ein zufriedener Junggeselle geworden. Einer Frau im England der 1920er Jahre stand dieser Weg aber nicht in gleicher Weise offen. So reift Laura im Haushalt ihres verheirateten…
Für alle, die es noch nicht gelesen haben: Effingers gibt es jetzt auch als Taschenbuch! Der Roman erzählt die Geschichte zweier Berliner Unternehmerfamilien über vier Generationen von der Gründerzeit bis ins Jahr 1948. Tergit arbeitete fast zwei Jahrzehnte an dieser mitreißenden Chronik, die das Leben des jüdischen Bürgertums in allen…
Es gibt eigentlich nichts, was für die Existenz von Geheimdiensten spricht. Ihre Daseinsberechtigung besteht allerdings darin, das Sujet für Agentenromane wie die von Mick Herron zu liefern. Zum Glück fürs deutsch lesende Publikum erscheinen diese jetzt nach und nach beim Diogenes Verlag. Im Mittelpunkt steht das Slough House in Finsbury, eine…
Die feministische Kritik der Frauenhefte Die schwarze Botin bewegt sich auf hohem kulturanalytischen Niveau. Sie kritisiert die politische Vereinnahmung der Frau, sei es durch die Frauenbewegung oder die Linke. Sie polemisiert gegen den wiederkehrenden Kult gefühliger, sorgender, innerlicher Weiblichkeit, Müttermacht und Hexenesoterik. Erfahrung…
Nach Adorno kann man auch mit den Ohren denken. In ihrem biografischen Essay betrachtet ihn Iris Dankemeyer also von der Seite mit Blick auf das Ohr „als Organ einer dialektisch vermittelten Erkenntnis, die unleiblichen Geist und leibhafte Sinnlichkeit nicht als getrennt voneinander denkt, sondern sie im Bewusstsein von Freiheit und Notwendigkeit…

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