Buchtipps

Always Coca-Cola ist die Geschichte dreier Freundinnen im Beirut der späten 1980er Jahre. Abir ist Studentin und lebt bei ihrer konservativen Familie. Wenn sie morgens ihr Spiegelbild betrachtet, prüft sie stets, ob es erste Anzeichen von Cellulite gibt. Im Spiegel reflektiert aber auch die Plakatwerbung von Coca-Cola an der Hauswand gegenüber.…
Sally Rooney erzählt die Liebesgeschichte zweier junger Menschen, die in der Oberstufe der Schule das erste Mal zueinander finden und, für sie selbst nicht ganz erklärlich, nicht mehr voneinander lassen können. Connell, Sohn einer Reinigungskraft, ist in der Schule der irischen Kleinstadt gut integriert und beliebt, während Marianne, aus einer…
Laura Willowes, Tochter einer biederen Bierbrauerfamilie, findet keinen Gefallen am Heiraten. Wäre sie ein Mann, hätte sie womöglich die Brauerei übernommen und wäre ein zufriedener Junggeselle geworden. Einer Frau im England der 1920er Jahre stand dieser Weg aber nicht in gleicher Weise offen. So reift Laura im Haushalt ihres verheirateten…
Für alle, die es noch nicht gelesen haben: Effingers gibt es jetzt auch als Taschenbuch! Der Roman erzählt die Geschichte zweier Berliner Unternehmerfamilien über vier Generationen von der Gründerzeit bis ins Jahr 1948. Tergit arbeitete fast zwei Jahrzehnte an dieser mitreißenden Chronik, die das Leben des jüdischen Bürgertums in allen…
Es gibt eigentlich nichts, was für die Existenz von Geheimdiensten spricht. Ihre Daseinsberechtigung besteht allerdings darin, das Sujet für Agentenromane wie die von Mick Herron zu liefern. Zum Glück fürs deutsch lesende Publikum erscheinen diese jetzt nach und nach beim Diogenes Verlag. Im Mittelpunkt steht das Slough House in Finsbury, eine…
Die feministische Kritik der Frauenhefte Die schwarze Botin bewegt sich auf hohem kulturanalytischen Niveau. Sie kritisiert die politische Vereinnahmung der Frau, sei es durch die Frauenbewegung oder die Linke. Sie polemisiert gegen den wiederkehrenden Kult gefühliger, sorgender, innerlicher Weiblichkeit, Müttermacht und Hexenesoterik. Erfahrung…
Nach Adorno kann man auch mit den Ohren denken. In ihrem biografischen Essay betrachtet ihn Iris Dankemeyer also von der Seite mit Blick auf das Ohr „als Organ einer dialektisch vermittelten Erkenntnis, die unleiblichen Geist und leibhafte Sinnlichkeit nicht als getrennt voneinander denkt, sondern sie im Bewusstsein von Freiheit und Notwendigkeit…
In den Achtzigern hat man schlicht „Faschos“ gesagt, inzwischen ist von extrem Rechten und Rechtsextremen die Rede, von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, konformistischer Rebellion und völkischem Autoritarismus, von rechtspopulistisch oder zaghaft von rechtsoffen, reichlich reduziert von Rassist*innen oder nicht sehr geschichtsbewusst und…
Eine der ergiebigsten Faschismustheorien liefern die Forschungen der Kritischen Theorie zum autoritären Charakter. Angesichts der aktuellen Rebellion gegen simple Hygieneregeln wirken etwa die Studien von Leo Löwenthal verblüffend plausibel.* Die Reden faschistischer Agitatoren analysierte er als „umgekehrte Psychoanalyse“; faschistische Agitation…
Im Elfenbein Verlag erscheint jetzt der autobiographisch gefärbte Romanzyklus Almosen fürs Vergessen von Simon Raven (1927–2001). Der erste Band, Fielding Gray, spielt 1945 in einer englischen Public School für Jungen. Public Schools heißen so, weil sie für alle zugänglich sind, die sich die hohen Schulgebühren leisten können – beredter…

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