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Anne Boyer: Die Unsterblichen. Krankheit, Körper, Kapitalismus 

Anne Boyer hat aus ihrer Brustkrebserkrankung ein Buch gemacht, das eine Streitaxt ist. Sie reißt dem Brustkrebs die rosa Schleifchen ab, kritisiert die politische Onkologie und besteht darauf, dass, so persönlich und existentiell der Krebs ist, „über den Tode nachzudenken, heißt, über alle nachzudenken“. All die Überlebendengeschichten, die Trostliteratur und Ratgeber dröhnen über wesentliche Erfahrungen hinweg. Boyer schreibt über das, was ausgeblendet bleibt: über die unerträgliche Körperlichkeit des Körpers in der Klinik, über den Schmerz und die passiv-aggressiven Reaktionen der Mitmenschen auf das Leiden anderer, über Erschöpfungszustände, die den Krebs überleben, über fehlende Orte für öffentliches Weinen, über Krankenhausrechnungen und Geld.

An The Undying hat Anne Boyer Jahre gearbeitet und sich auseinandergesetzt mit dem, was Fanny Burney, Susan Sontag, Audrey Lorde, Kathy Acker und viele andere über den Krebs geschrieben haben. Sie sucht nach den Verbindungen zwischen dem Persönlichen und Politischen, wo keine Sprache zur Hand ist, wo schon das „Ich“ und der „Krebs“ im selben Satz eine ganze Ideologie des „Bewusstseins“ aufrufen. Die Anstrengungen, die nötig waren, um die richtige Form für Die Unsterblichen zu finden, sind nun in dieser selbst enthalten. Schon für dieses Kunststück hätte sie jeden Preis für feministische Essayistik verdient. 

Krankheit, Körper, Kapitalismus
Einband: gebundenes Buch
EAN: 9783751803168
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