Diaty Diallo: Zwei Sekunden brennende Luft
Eine Hochhaussiedlung in der Pariser Banlieue. Das Bisschen öffentlicher Infrastruktur, das irgendwann einmal zum Gefallen der Investoren erbaut wurde, steht auf der Abrissliste. Eine Betonplatte, darunter Parkdecks, darüber ein Pyramidendach. Auch sonst ist für die jungen Menschen, von denen Diaty Diallos Roman erzählt, nicht viel geboten. Doch Astor und seine Freund*innen verstehen sich darauf, das Beste aus dem Hier und Jetzt zu machen – demain c’est loins. Sie schrauben und frickeln an DJ-Pulten, auf Schrottplätzen, an fahrbaren Untersätzen, feiern Detroit- und Garage-Sounds und die Poesie des gesprochenen Wortes.
Bis wieder einmal Polizisten anrücken, um ihrer Gewalt freien Lauf zu lassen, und ein Junge erschossen wird.
Astor, Nil, Chérif, Demba und Issa schmieden einen Plan für eine Trauerfeier, die ihrer Wut und dem Toten ein unvergessliches Denkmal setzen wird.