Karan Mahajan: In Gesellschaft kleiner Bomben

Drei kleine Jungen werden Opfer eines Autobombenattentats auf einem Markt in Delhi. Die beiden Khurana-Brüder, elf und dreizehn Jahre alt, sterben. Ihr Freund Mansoor überlebt. Es war „eine kleine Bombe“, wie sie in den 1990er Jahren in Indien laufend explodieren. Selten führen die Ermittlungen zu einem Ergebnis, eine Explosion übertönt die Erinnerung an die vorige, es wird kein großes Aufheben darum gemacht.

Der Staub legt sich nach der ersten heftigen Erschütterung, die Detonationswellen breiten sich im Privaten aus: Die Zerstörungskraft der Bombe wirkt weiter auf die beiden betroffenen Familien, eine muslimisch, eine hinduistisch, beide obere Mittelschicht.

Der junge indisch-amerikanische Autor Karan Mahajan registriert die langfristigen Druckverläufe, ironisch und taktvoll. Die Financial Times bringt es auf den Punkt: „Indem er die Struktur eines Bombenanschlags nachahmt, erschafft Mahajan das genaue Gegenteil: ein behutsames, differenziertes und moralisches Kunstwerk.“


Bibliographie
Tipp
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In Gesellschaft kleiner Bomben
Karan Mahajan
In Gesellschaft kleiner Bomben
Roman
EAN: 978-3-95988-022-0
Auf der Litrom-Bestenliste 'Weltempfänger' Winter 2017/18 'Eins der 25 wichtigsten Bücher der Saison.' Spiegel-Online 'Eins der 10 besten Bücher des Jahres.' New York Times Das Buch Die KhuranaBrüder schlendern zusammen mit ihrem Schulkameraden Mansoor Ahmed über einen gut besuchten Markt in Delhi. Ohne Vorwarnung kommt es zur Katastrophe: Neben ihnen explodiert eine Bombe eine der vielen 'kleinen' Bomben, die von der Welt kaum beachtet werden und reißt die KhuranaBrüder in den Tod. Mansoor überlebt, doch der Bombenanschlag hinterlässt Spuren an Körper und Seele. Nach einem kurzen Aufenthalt an einer amerikanischen Universität kehrt Mansoor nach Delhi zurück, wo seine Suche nach einem Platz im Leben immer radikalere Formen annimmt. Eng verwoben mit der Geschichte der Familien Khurana und Ahmed ist die des kaschmirischen Bombenbauers Shockie, der bereit ist, sein Leben für die Unabhängigkeit seines Vaterlands zu opfern. Karan Mahajans Roman ist außergewöhnlich komponiert: Er beginnt buchstäblich mit dem großen Knall - und zeichnet dann die vielen Druckwellen nach, die die Bombenexplosion bei allen Beteiligten ausgelöst hat: Welche Auswirkungen hat ein solcher Terrorakt auf die Betroffenen? Auf die Angehörigen? Auf die Gesellschaft? Wie werden Menschen zu Terroristen? Mahajan folgt keinen wohlbekannten Narrativen über Terrortäter und ihre Opfer. Er nähert sich differenziert, originell und nicht ohne Humor einigen der wichtigsten Fragen unserer Zeit. Warum es uns gefällt Karan Mahajan schreibt lebendig und originell über die Auswirkungen des Terrorismus auf Opfer und Täter. Vom Close-up bis zur Luftaufnahme, von der empathischen Innensicht bis zur spöttischen Distanzbetrachtung beherrscht Mahajan eine große Bandbreite an literarischen Perspektiven. Einer der relevantesten literarischen Beiträge zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit. Pressestimmen Deutschland (Auswahl) 'Eins der 25 wichtigsten Bücher der Saison.' Spiegel-Online 'Ein erkenntnisreiches, bewegendes und unglaublich wichtiges und lesenswertes Buch über die Frage, wie entsteht Terrorismus und wie werden Menschen radikal? Der Roman ist grandios, detailliert und mit subtilem Humor, d.h. Sarkasmus gewürzt. Ein berührender und stets spannender Text, der die moralischen Grundfragen der Gegenwart kunstvoll darstellt und in Frage stellt.' Hauke Harder, Leseschatz 'Schonungslos und voller Mitgefühl porträtiert Karan Mahajan einen Bombenanschlag in Delhi. Sein Roman stellt die gängigen Bilder des Terrors auf den Kopf. Der Autor zeichnet seine Bilder mit enormer sprachlicher Präzision und scharfsinnigem Witz. Seine Stimme ist eine globale, universelle, die das Konstrukt einer Nationalliteratur alt aussehen lässt.' Jana Volkmann, Buchkultur 'Karan Mahajans Roman ist sprachgewaltig, aufwühlend und spannend. Er seziert die Ängste und Beweggründe der Terroristen ebenso scharfsinnig und mitfühlend wie das Leid der Opfer des Anschlags und deren Angehörigen. Dabei verzichtet er auf ein plakatives Gegenüber von Opfern und Tätern, von Gut und Böse. Stattdessen legt er bei all seinen Figuren die Wunden frei und macht sie dadurch umso glaubwürdiger.' Jörg E. Mayer, Deutschlandfunk 'Mahajan stellt einen Link her zwischen allen, die mit so einem Anschlag zu tun haben. Die Wirkung ist erstaunlich: Der Terror verliert Glanz und Gloria seines demonstrativen Nihilismus, er steht nackt da und stumm in seiner ganzen Erbärmlichkeit - sein Schrecken verpufft. Abgesehen davon: Ein untypisch unblumiger Blick auf die indische Gesellschaft, spannend zu lesen gerade wegen seiner unaufgeregten, versiert inszenierten Nüchternheit.' Ulrich Noller, WDR 'Der Autor verzichtet bewusst auf einen Erklärungsversuch, wie ein Mensch zu einem Terroristen wird. Vielmehr entsteht ein Kaleidoskop unterschiedlicher Gefühls- und Erlebniswelten, innerhalb derer Mahajan in origineller Weise nachzeichnet, welche Folgen eine kleine, von der Welt schnell wieder v

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