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ISBN/EAN: 978-3-351-04264-6
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
398 S.
Format (T/L/B):
3.3 x 22 x 13.5 cm

Hersteller:
Aufbau Verlage GmbH & Co. KG
produktsicherheit@aufbau-verlage.de
Prinzenstr. 85
DE 10969 Berlin


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Unser Tipp für Sie

Karen verlässt ihren Mann und die Stadt. Sie hat Jura studiert, schnell Karriere als Notarin gemacht, wurde die Frau eines streitbaren Historikers und Mutter einer fabelhaften Tochter. Jetzt, noch keine dreißig, packt sie der Schrecken über den Beziehungsalltag, der die Liebe verdrängt hat. Sie sieht ihr Leben ungenutzt verrinnen. Also nimmt sie ihren Koffer und ihr Kind und geht zurück in das Dorf ihrer Kindheit, weil dort eine Wohnung leersteht und weil es sie zu den offenen Fragen ihrer eigenen Geschichte zieht. Auf dem Land ist natürlich nichts beim Alten geblieben, gerade hält eine weitere Phase der Industrialisierung Einzug in der Landwirtschaft, Menschen verlieren ihre Existenz, gesellschaftliche Arrangements funktionieren nicht mehr. Karen kniet sich rein in das Leben auf dem Land und betreibt persönliche Feldforschung auf dem Kartoffelacker: Wohin könnte es von hier aus sinnvoll weitergehen? Die Geschichte könnte von heute sein, ein weiterer scharfsinniger, autofiktionaler Roman einer Frau. Doch dieser spielt in einer anderen Zeit und in einer anderen Gesellschaft: Karen W. ist 1974 in der DDR erschienen. Die Autorin Gerti Tetzner gehört in eine Reihe mit Christa Wolf, Brigitte Reimann und Maxi Wander. Was in der DDR in den 1970ern anders war, zeigt sich nicht nur in der Arbeitswelt, in der Universität oder der LPG. Auch im Privaten, in den zwischenmenschlichen Beziehungen, den inneren und äußeren Konflikten der Menschen ist manches spürbar anders gelagert, als wir es heute gewohnt sind. Erfrischend anders ist das Selbstbewusstsein der Protagonistin: Es muss sich als feministisches gar nicht erklären, weil es die Gleichheit für selbstverständlich nimmt und eher mit Staunen die Selbstzurichtung und unfreiwillige Komik in den Geschlechterrollen beobachtet. Und bei der Schlüsselfrage – wie verhindern, dass einmal Erreichtes zu etwas wird, mit dem eine sich arrangiert hat, zu Umständen, denen sich die Ambitionen fügen? – geht es hier immer auch um das gesellschaftliche Ganze.

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Beschreibung

'Wohin treibst Du? Weißt Du, was Du riskierst?' Karen verlässt die Stadt, in die sie einst voller Hoffnungen und Träume gekommen ist. Und sie verlässt Peters, ihre große Liebe, mit dem sie zuletzt eher nebeneinanderher als zusammengelebt hat. Mit Tochter Bettina fährt sie zurück in das thüringische Dorf, aus dessen Enge sie vor zwölf Jahren geflohen ist. Was hofft sie hier zu finden? Riskiert sie zu viel auf ihrer Suche? Doch für Karen steht fest: Sie muss den Schritt ins Ungewisse, Offene wagen, will sie wirklich leben.  Ein Roman, der durch die DDR-Zensur in Vergessenheit geriet - die Wiederentdeckung einer beeindruckenden Autorin und Zeitzeugin, die zu Christa Wolfs sogenannter 'Weiberrunde' gehörte. Enthält ein Interview mit der Autorin, im Gespräch mit Carsten Gansel

Über Gerti Tetzner

Gerti Tetzner wurde 1936 in Thüringen geboren und studierte Rechtswissenschaften. Als sie nach ihren Anfangsjahren im Notariat Richterin werden sollte und über Republikflüchtige hätte urteilen müssen, fand sie einen Weg, den Dienst zu quittieren. Sie studierte am Leipziger Literaturinstitut, knüpfte Kontakte zu literarischen Kreisen und tauschte sich mit Christa Wolf über ihr Romanvorhaben aus. Ihr Debüt 'Karen W.' (1974) war ein großer Erfolg bei Presse und Publikum und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Nachdem ihr zweiter Roman aufgrund der DDR-Zensur abgelehnt worden war und daraufhin im Westen erscheinen sollte, bekam sie Besuch von der Stasi. Sie musste das Vorhaben aufgeben und schrieb mehrere erfolgreiche Kinderbücher, bevor sie ganz mit dem Schreiben aufhörte. 2025 wurde ihr Roman 'Karen W.' wiederentdeckt und neu gefeiert. Heute lebt sie in Berlin und hat vor Kurzem wieder mit dem Schreiben angefangen.