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ISBN/EAN: 978-3-8353-3785-5
Einband: gebundenes Buch
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Herausgeber:
Vojin Sasa Vukadinovic
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
512 S.
Format (T/L/B):
3.5 x 23.5 x 16 cm

Hersteller:
Wallstein Verlag GmbH
info@wallstein-verlag.de
Geiststr. 11
DE 37073 Göttingen


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38,00 €

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Unser Tipp für Sie

Die feministische Kritik der Frauenhefte Die schwarze Botin bewegt sich auf hohem kulturanalytischen Niveau. Sie kritisiert die politische Vereinnahmung der Frau, sei es durch die Frauenbewegung oder die Linke. Sie polemisiert gegen den wiederkehrenden Kult gefühliger, sorgender, innerlicher Weiblichkeit, Müttermacht und Hexenesoterik. Erfahrung und das scheinbar Identische muss reflektiert und zerschnitten werden, um seinen gesellschaftlichen Inhalt offenzulegen. Eine Literatur, die nur Ich und Sachen sagt, welche die Leute sich genauso gut selber sagen können, ist ideologisch und öde.

Die Botschaft der Schwarzen Botin lautet: Schert aus den Reihen der Männer aus, verlasst jedwede Position, die Frauen – im Mythos, in der Historie und in der Realität – zugedacht ist. Eignet euch alle Rechte und Produktionsmittel an und tretet zu anderen Frauen in Beziehung! Lassen wir die Weiblichkeit, die schon immer ein Ding der Unmöglichkeit war, hinter uns, nicht um der Männlichkeit nachzueifern und ein allgemeinmenschliches Subjekt repräsentieren zu wollen, sondern um uns auch darüber hinwegzusetzen. Erforschen wir den „unausgesprochenen Grund“ der Kulturgeschichte und nähern wir uns, spekulierend, dem dunklen Horizont, auf den das „durchgestrichene Subjekt Frau“ die Sicht verstellt. Wenn es so etwas wie „weibliche Sprache“ überhaupt gibt, dann hat sie „keinen anderen Ort als das Verdrängte. Wie dieses ist sie gekennzeichnet durch das ‚Salz der Deformation‘, das die Unterscheidungen im Bereich des Dunkels allererst erlaubt. Sie ist Nachahmung des Unterdrückten, Vergessenen; nicht archaisierend-idyllisch: bloße Natur, sondern gesellschaftlich-dialektisch: unterdrückte, beraubte, gebrochene Natur.“

Auch über vierzig Jahre nach dem Erscheinen der Hefte kann, sollte, muss die nun vorliegende Anthologie mit Originalbeiträgen aus der ersten Folge der Schwarzen Botin feministisches Denken aufmischen!

Beschreibung

Die erste Dokumentation zur radikalsten Zeitschrift der westdeutschen Frauenbewegung. Die Schwarze Botin war das bedeutsamste Periodikum der Neuen Frauenbewegung. Trotz der Kontroversen, die sie auslöste, steht die in West-Berlin verlegte Zeitschrift bis heute im Schatten von EMMA und Courage. Eine Vielzahl der Autorinnen ist später weit über feministische Kreise hinaus bekannt geworden. Für die Zeitschrift schrieben Rita Bischof, Silvia Bovenschen, Gisela Elsner, Elfriede Jelinek, Ursula Krechel, Julia Kristeva, Elisabeth Lenk, Eva Meyer, Heidi Pataki, Heidi von Plato, Christa Reinig, Sarah Schumann, Ginka Steinwachs, Gisela von Wysocki und viele andere. Die Redaktion um die beiden Herausgeberinnen Gabriele Goettle und Brigitte Classen verfolgte mit dem Avantgarde-Journal nur ein Ziel: Aus der Frauenbewegung kommend eine Kritik an derselben zu formulieren - unerschrocken davor, sich Feindinnen und Feinde in den anderen feministischen Fraktionen wie in der politischen Linken zu machen. Die Anthologie dokumentiert erstmals zahlreiche Originalbeiträge aus der ersten Folge der Zeitschrift zwischen 1976 und 1980. Polemisch im Stil, konfrontativ und kompromisslos im Ausdruck, übte Die Schwarze Botin eine radikale Gesellschaftskritik.