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ISBN/EAN: 978-3-85256-865-2
Einband: gebundenes Buch
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Originaltitel:
Marcia su Roma e dintorni
Übersetzer:
Claus Gatterer
Auflage:
2. Auflage 2022
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
272 S.
Format (T/L/B):
2.7 x 21.6 x 14.5 cm
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Marsch auf Rom und Umgebung

Ein Bericht, Transfer Bibliothek CLXIX

25,00 €

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Unser Tipp für Sie

Joyce Lussus Erinnerungen an ihre Zeit in der Resistenza haben wir bereits energisch empfohlen, nun ist erfreulicherweise auch ein ganz hervorragendes Buch ihres Ehemannes Emilio Lussu wieder lieferbar.

Lussu berichtet aus eigenem Erleben und mit politischem und analytischem Scharfsinn über den „Marsch auf Rom und Umgebung“. Eine eigentlich stümperhafte, improvisierte Aktion geriet dank des Versagens demokratischer Institutionen und dank des Opportunismus vieler Akteure – angefangen vom König bis hin zum Dorfbürgermeister – zu einer folgenreichen politischen Katastrophe. Lussu, Vorsitzender einer linken sardischen Partei, pendelte zwischen Rom und Sardinien, opponierte, agitierte, organisierte gegen den faschistischen Coup. Schließlich wurde er auf einer Gefangeneninsel interniert, konnte aber auf abenteuerliche Weise ins französische Exil fliehen, wo er seinen Bericht bereits 1932 veröffentlichte, um den Widerstand vom Ausland aus voranzutreiben.

Da er nicht nur ein mutiger Antifaschist war, sondern auch ein begnadeter Erzähler mit einem exquisiten Sinn für Situationskomik, ist sein Bericht ein überaus unterhaltsames, teils außerordentlich witziges Buch, was angesichts der Entstehungsbedingungen und des Themas verstörend ist. Dass es sich beinahe wie eine Satire liest, ist keineswegs frivol, sondern liegt vielleicht auch in der Natur des Faschismus. Faschisten sind nur allzu oft groteske Gestalten, ihre „Theorien“ kindisch und bizarr. Furchterregend werden sie nur wegen der enthemmten Gewaltbereitschaft. Auch hundert Jahre nach Mussolinis „Marsch auf Rom und Umgebung“ ist das noch so. Aber so lächerlich es auch sein mag: Das, was sie sagen, meinen sie genau so, und wenn man sie lässt, handeln sie entsprechend.

Beschreibung

Lussus brillante Darstellung des frühen italienischen Faschismus ist ein hochaktuelles Lehrstück für jede Demokratie. 2022 jährt sich Mussolinis Marsch auf Rom zum 100. Mal. Er verlief als Farce und sollte dennoch eine verhängnisvolle Auswirkung auf die italienische und europäische Geschichte haben. Emilio Lussu, der seinen literarischen Bericht bereits zehn Jahre danach, 1932, im Pariser Exil schrieb, erlebte diese Schmierenkomödie der Macht als Oppositionspolitiker auf Sardinien. Er zeigt, wie eine improvisierte Aktion durch das Versagen der demokratischen Institutionen, durch Opportunismus und das Stillhalten des Königs Vittorio Emanuele III. schließlich Mussolinis Griff nach der absoluten Macht begünstigte. Die Tragikomödie mutierte endgültig zur Katastrophe. Lussus satirischer Witz und seine Kompetenz als Augenzeuge machen sein Buch in höchstem Maß authentisch und - bei aller Ernsthaftigkeit des Themas - zu einer äußerst unterhaltsamen Lektüre. Neu mit ausführlicher Biografie und zahlr. Abbildungen Mit einem Nachwort von Claus Gatterer Eine eindringliche Warnung vor Terror, Dummheit und Despotie.

Über Emilio Lussu

Emilio Lussu, geboren 1890 auf Sardinien, 1915-18 hochdekorierter Offizier, 1919 Mitbegründer der Sardischen Aktionspartei, 1921-25 Parlamentsabgeordneter. 1927 Verbannung nach Lipari, 1929 spektakuläre Flucht nach Frankreich. Mitbegründer der antifaschistischen Bewegung Giustizia e Liberta, führender Politiker der Resistenza. 1945-48 Minister, bis 1968 Senator. 1975 in Rom gestorben. Bei Folio erschien: Ein Jahr auf der Hochebene (2017).