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ISBN/EAN: 978-3-89656-263-0
Einband: kartoniertes Buch
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Herausgeber:
Koschka Linkerhand
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
330 S.
Format (T/L/B):
2.5 x 20.5 x 12.5 cm

Hersteller:
Querverlag
mail@querverlag.de
Akazienstr.25
DE 10823 Berlin


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Feministisch streiten

Texte zu Vernunft und Leidenschaft unter Frauen

18,00 €

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Unser Tipp für Sie

Der vorletzte Schrei aus der „Kreischreihe“ des Querverlags legt es nicht auf Knalleffekte an, dafür umso mehr auf inhaltliche Positionsbestimmungen. Die Autor*innen haben sich die ganze Liste feministischer (Streit-)Themen vorgenommen: sexuelle Differenzen, Reproduktion und Lohnarbeit, Sexarbeit, Identitäts- und Sprachkritik, das Durcheinander der Ismen, Männer, Polemik – alles dabei. Alle 24 Beiträge helfen, die Dinge im eigenen Kopf zu sortieren. Und es wird einiges deutlich, das in vielen Diskussionen im Unklaren blieb. Zum Beispiel bringt Daria Majewski unvergleichlich gut nahe, welche Erfahrungen trans Frauen mit Geschlechtersozialisation machen, und öffnet den Blick dafür, dass das Scheitern an den Zuschreibungen des Geschlechts eine geteilte Erfahrung ist, die uns als Frauen verbinden kann. Zu der in den letzten Jahren wieder viel diskutierten Frage des Zusammenhangs von Kapitalismus und Frauenunterdrückung hat Charlotte Mohs einen sehr überzeugenden Aufsatz verfasst: Dank der Social Reproduction Theory wird endlich ein Schuh draus!

Der gemeinsame Nenner der Beiträge ist mit dem Label materialistischer Feminismus umrissen: Mann und Frau, die Geschlechtscharaktere, haben immer Zwangscharakter – so wenig sie uns auch passen, entledigen können wir uns ihrer nicht ohne Weiteres, auch weil der patriarchale Geschlechtsunterschied und die kapitalistische Produktionsweise innigst miteinander verbandelt sind. Dies sind Einwände von Gewicht gegen manche queerfeministische Strategie.

Koschka Linkerhands Versuch, das „politische Subjekt Frau“ theoretisch zu begründen, ist nicht in allem gelungen. So taucht „weibliche Biologie als prägendes Merkmal des Frauseins“ auf, wo sie eigentlich erklären will, dass wir es immer mit einer „Körpernatur“ zu tun haben, die bereits gesellschaftlich „funktionalisiert“ ist. Wie Natur in der Gesellschaftstheorie unverfügbar ist, so lässt sich auch das Begehren nicht dingfest machen, in dem man es „Trieb“ nennt. Der Grund unserer Leidenschaften und Phantasien entzieht sich uns, immer. Was das Nachdenken darüber, was weibliches Begehren sein könnte, nicht einfacher macht.

In jedem Fall regt die Lektüre von Feministisch Streiten an, weiter über Grundlagen eines materialistischen Feminismus zu diskutieren. Wie es zum Beispiel Koschka Linkerhand und Ilse Bindseil – vielmehr staunend als streitend angesichts ihrer Differenzen – auf dem Podium getan haben, nachzuhören unter https://www.freie-radios.net/91045.

Oder wie es die Autor*innen aus unterschiedlichsten Kontexten in dem folgenden Band tun.

Beschreibung

Feministisch streiten versammelt Thesen und Utopien eines Feminismus, der sich zwischen Vernunft und Leidenschaft bewegt: Das bedeutet einerseits eine vernünftige Gesellschaftskritik im Sinne der Aufklärung, andererseits leidenschaftliche Identitätspolitik. Ein materialistischer, politisch handlungsfähiger Feminismus darf nicht einen der beiden Pole aus den Augen verlieren, sondern muss sich, im Bewusstsein der Widersprüche, zwischen ihnen bewegen. Er muss dazu ermutigen, für die eigenen politischen Interessen auf die Straße zu gehen, und zugleich das kapitalistische Patriarchat als alles übergreifende Gesellschaftsform kritisieren. Dabei wird bewusst aus der Perspektive von Frauen argumentiert. In seiner inneren Spannung zwischen Identitätspolitik und Gesellschaftskritik funktioniert Feminismus am besten als solidarische und streitlustige Auseinandersetzung von Frauen, die sich als Frauen aufeinander beziehen. Der politische Kampfbegriff Frau muss in seiner Sprengkraft und Widersprüchlichkeit neu diskutiert werden. Diese 27 Beiträge tragen zu einer neuen Streitkultur bei.

Über Koschka Linkerhand

Koschka Linkerhand lebt in Leipzig, studierte Germanistik und Philosophie und arbeitet halbtags was mit Menschen. In der anderen Hälfte ringt sie darum, einen materialistischen Feminismus auf den Punkt zu bringen und auch in ihrer pädagogischen Praxis sowie in der schönen Literatur fruchtbar zu machen. Sie hält feministische Emanzipation für das glaubwürdigste aller Glücksversprechen, zumindest für Frauen und Lesben.