Mit Austerität die Welt retten? Ein Gespräch über Klimakrise, Ungleichheit und nachhaltige Klassenpolitik

Mit Matthias Becker und Simon Schaupp.

Die Klimakrise nimmt unübersehbar dramatische Ausmaße an. Die herrschenden Klassen reagieren unterdessen mit mehr vom selben: Mehr „Emissionshandel“, mehr „technische Lösungen“ (wie Wasserstoff als Energieträger), mehr leere Versprechungen. Durch höhere Verbraucherpreise soll der Kapitalismus ökologisch werden – diesmal wirklich, ganz ehrlich. Ist ein CO2-Preis das kleinere Übel? Muss in den westlichen Metropolen der Lebensstandard der unteren Klassen sinken, damit wir die Welt retten?

In seinem Buch „Klima Chaos Kapital“ (2021, Papyrossa) analysiert Matthias Becker, wie ökonomische und ökologische Krisentendenzen zusammenhängen.

In seinem Beitrag "Jenseits der Austeritätsökologie“ (2020, Sozialgeschichte Online) lotet der Soziologe Simon Schaupp die Möglichkeiten und Schwierigkeiten einer „Umweltpolitik von unten“ aus. Gemeinsam argumentieren sie, dass nur ökologische Klassenpolitik die Chance bietet, die Erderhitzung schnell genug zu bremsen.

Eine Veranstaltung der FAU Berlin in Kooperation mit dem Buchladen zur schwankenden Weltkugel.

Audioaufzeichnnung der Veranstaltung: 

calendar_clock Datum & Zeit
16.07.2021 19:30
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21:30 Uhr
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Technopolitik von unten
Simon Schaupp
Technopolitik von unten
Algorithmische Arbeitssteuerung und kybernetische Proletarisierung, Batterien 106
EAN: 978-3-7518-0332-8
Smarte neue Arbeitswelt? Ein schonungsloser Blick hinter ihre glänzenden Oberflächen Von der Pflege bis ans Fließband: Es gibt kaum noch einen Bereich der Erwerbsarbeit, der nicht von der Digitalisierung betroffen ist. Sie erscheint dabei als unausweichliches Schicksal. Simon Schaupp vollzieht einen Perspektivenwechsel. Ausgehend von Momenten des Konflikts zeigt sich die Digitalisierung der Arbeitsprozesse selbst als umkämpftes Terrain. Im Zentrum von 'Technopolitik von unten' stehen deshalb die Beschäftigten: Mit welchen Strategien reagieren sie auf die Polarisierung der Arbeitswelt in hochqualifizierte Digitalexpert:innen und manuell Tätige, die, algorithmisch gesteuert und prekär beschäftigt, zunehmend ersetzbar werden? Um das zu beantworten, hat Schaupp mit Manager:innen, Ingenieur:innen und Arbeiter:innen gesprochen, politische Organisierungsversuche begleitet und selbst mehrere Monate als Kurierfahrer und in der Elektroindustrie gearbeitet. Seine Forschung macht deutlich: Überall, wo algorithmische Arbeitssteuerung als Mittel der Verdichtung und Entwertung menschlicher Arbeit eingesetzt wird, finden sich auch Vorgänge des Widerstandes und der Selbstorganisation. Schaupps Studie fordert uns so zu einer Revision des Bildes heraus, das wir uns von der Digitalisierung gemacht haben.

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Kybernetik, Kapitalismus, Revolutionen
Paul Buckermann
Kybernetik, Kapitalismus, Revolutionen
Emanzipatorische Perspektiven im technologischen Wandel
EAN: 978-3-89771-225-6
Was bedeuten >Virtuelle RealitätKünstliche Intelligenz< und nicht zuletzt das neueste Smartphone für die Zukunft unserer Gesellschaft? Debatten über technische Umwälzungen und damit einhergehende post-kapitalistische Perspektiven sind auch unter Linken von tiefen Ambivalenzen geprägt: Roboter gefährden Arbeitsplätze, könnten die Menschen aber auch von der Lohnarbeit befreien; Mobiltelefone können als Überwachungsinstrumente missbraucht werden, aber auch bei der Koordination subversiver Aktionen helfen; Algorithmen machen Kontrolle immer effektiver, könnten aber auch zu einem automatisierten Luxuskommunismus führen. Ungeachtet dieser sowohl emanzipatorischen als auch anti-emanzipatorischen Fluchtlinien geht technologischer Wandel mit einem tiefgreifenden sozialen Wandel einher. Linke Politiken bewegen sich mitten auf diesem umkämpften Terrain, das sich durch sukzessive Entwicklungen, historische Verzahnungen, lange Kontinuitäten, aber auch Sackgassen auszeichnet. Die Beiträge des vorliegenden Bandes beschäftigen sich mit den offenen Enden dieses techno-gesellschaftlichen Wandels und nähern sich auf verständliche Weise seinen komplexen Phänomenen. Dabei werden vor allem konkrete emanzipatorische Positionen in den Blick genommen, die die technologischen Potenziale aktiv und offen ausloten, statt sie blind zu verdammen. Nach einigen grundlegenden Einordnungen von Politik und Technologie, richten Einzelanalysen ihren Fokus auf verschiedenste Technologien und unterschiedlichste Aneignungsstrategien. Das thematische Spektrum der Beiträge ist weitgefächert, es geht um digitale DIY-Kultur, Punk-Gynäkologie, >Cognitive Mapping

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