Georg Seeßlen: Elon Musk. Der dunkle Visionär - Geld, Frauen, Pop und Tech-Faschismus
Wird das 21. Jahrhundert einmal das Zeitalter des Muskismus genannt werden? Das hört sich, wenn man Musks ausfällige Auftritte als Comic-Character auf Ketamin vor Augen hat, wenig realistisch an. Nach der Lektüre von Georg Seeßlens neuestem Buch erscheint es allerdings auch nicht ausgeschlossen.
Sicher wird Musk nicht als großer Erfinder in die Geschichte eingehen. Die Innovationsversprechen von Tesla, vollautomatisiertem Fahren, SpaceX und Neuralink entblößen sich immer mehr als Luftnummern, von denen nur bergeweise Schrott übrig bleibt. Der neue reichste Mann der Welt ist kein Industriemagnat. Er verkörpert als Protagonist, Repräsentant und populärer Darsteller eine »neualte« Form von autoritärer Herrschaft, die Tech-Oligarchie. Diese ist, wie Seeßlen ausführt, in den USA eine nicht reibungsfreie, aber hoch effektive Verbindung mit der imperialen Herrschaft des Trumpismus eingegangen. Und sie treibt – siehe DOGE – eine gigantische Umverteilung von öffentlichen Ressourcen und Machtfunktionen in privatwirtschaftliche Unternehmen voran. Das globale überschüssige Kapital versorgt die Tech-Oligarchie mit Liquidität, es spekuliert auf deren Erfolg. Düstere Aussichten.