Sarah Klatt: Das Land, das ich dir zeigen will
Dieses Buch ist die Einladung zu einem Roadtrip per Autostopp durch Israel. Beim Trampen lernt man ein Land und seine Leute gut kennen, und es ist in Israel einfacher als etwa in Deutschland. Es hat Tradition, denn kurz nach der Staatsgründung gab es noch nicht ausreichend Infrastruktur und man war schlichtweg darauf angewiesen, etwa um zu den entlegenen Kibbuzim und Militärstützpunkten zu kommen. Inzwischen ist das Trampen für Soldaten wegen der zahlreichen Entführungen verboten. Trotzdem sind viele Autofahrerinnen und -fahrer immer noch spontan, hilfsbereit und extrovertiert genug, um anzuhalten. Dass das Land lang und schmal ist, erweist sich hier als Vorteil: Es gibt eigentlich nur zwei Richtungen, Norden und Süden. Man zeigt übrigens nicht mit dem Daumen zur Seite sondern nach unten auf die Straße.
Die Protagonistin S., die in einem Krankenhaus arbeitet und am Wochenende in einem Nachtclub, reist durchs ganze Land und auch in die palästinensischen Autonomiegebiete. Sie begegnet den unterschiedlichsten Menschen, es sind abenteuerliche, ulkige, überraschende, skurrile, befremdliche und auch sehr vertraute Erlebnisse. Denn mit im Gepäck sind die Erinnerungen an ihren Vater und Großvater, die beide von Deutschland Alija gemacht haben. Steigt ein, fahrt mit, lasst Euch erzählen!
Sarah Klatt hat das Buch vor dem 7. Oktober fertig geschrieben, erschienen ist es danach. Das Land, das sie uns zeigen will, ist ein anderes geworden. Es kämpft wieder einmal und mehr denn je um seine Existenz. Etwas von dem, worum es geht, zeigt uns diese literarische Mitfahrgelegenheit, die man sehr gerne wahrnimmt.