Winnie M. Li: Komplizin
Sarah Lai lebt zurückgezogen und ist angeödet von ihrem Job als Dozentin an einer drittklassigen Filmschule in New York. Dabei hatte alles so wundervoll begonnen wie im Kino. Dem Druck ihrer aus China immigrierten Eltern, neben der Schufterei im familienbetriebenen Restaurant zu studieren, um möglichst schnell einen gut bezahlten, soliden Job als Juristin oder Versicherungsbeamter zu bekommen, hatte Sarah standgehalten. Sie hat es geschafft, sich von ihrem Studijob bei einer Filmproduktionsfirma zur Assistentin der Geschäftsführung hochzuarbeiten. Doch ihr Traum von einer Karriere in Hollywood zerplatzt. Was der notorische sexuelle Missbrauch im Filmbusiness damit zu tun hat, entfaltet Winnie M. Li, die selbst in der Branche tätig war, Schritt für Schritt in einem hochspannenden Psychothriller. Me too: Alle wissen, dass es Machtmissbrauch und sexuelle Demütigung gibt. Doch es ist gar nicht so leicht zu fassen, wie die Grenzüberschreitung zur Regel geworden ist. Die Enthüllung der Täter überrascht meist weniger als die der Opfer. Das Spannende ist, wer Komplizin wird. Und wessen Komplizin.