Lass uns mit den Toten tanzen (gebundenes Buch)

Roman
ISBN/EAN: 9783875124910
Sprache: Deutsch
Umfang: 224 S.
Einband: gebundenes Buch
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Auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung suchen Millionen Menschen Zuflucht in Europa. Die Abschottung der EU-Staaten hat das Mittelmeer zum gefährlichsten Grenzübergang der Welt werden lassen. Nur die zivile Seenotrettung orientiert sich noch uneingeschränkt an der Einhaltung der universellen Menschenrechte. Pia Klemp war Kapitänin bei mehreren Rettungsmissionen, die etliche Katastrophen verhindern konnten. Die Erlebnisse dieser Zeit prägen ihren Roman: Eine Aktivistin sticht mit einer Crew aus Hippies, Punks und Weltverbesserern in See, um möglichst viele Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Sie handeln in einer unmenschlichen Welt, die sie nicht akzeptieren können. Nur der gemeinsame Aufstand bietet Hoffnung, den eigenen Überzeugungen gerecht zu werden. Als ihre Rettungseinsätze kriminalisiert werden, nimmt das abgekartete politische Spiel neue Dimensionen an. Klemps Sicht auf die Geschehnisse rückt nicht nur die Menschenrechtsverletzungen an den europäischen Grenzen auf rigorose Weise in den Fokus. Der packende Roman zeigt auch, wie die Zweifel an einer Gesellschaft steigen, die millionenfaches Leid mental und politisch auf größtmöglicher Distanz zu halten versucht. Eine brachiale Feier von zivilem Ungehorsam, Alkohol, Freundschaften, Romanzen und eine brennende Liebeserklärung an den Kampf für Gerechtigkeit.
Pia Klemp (*1983), Aktivistin, studierte Biologie und arbeitete mehrere Jahre als Tauchlehrerin in Indonesien. Neben verschiedenen anderen Projekten ist die Kapitänin seit 2012 für Tier- und Menschenrechte an Bord der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd und bei zivilen Rettungsmissionen im Mittelmeer unterwegs. 2017 wurde eines ihrer Schiffe - die Iuventa - beschlagnahmt. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Klemp und weitere Crewmitglieder wegen »Beihilfe zur illegalen Einwanderung«. 2019 wurde sie mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis ausgezeichnet.
Dann kommen immer mehr Boote. Eines nach dem anderen, es hört gar nicht mehr auf. Um elf Uhr haben wir dreizehn Boote um uns herum. Dreizehn Boote mit jeweils an die 150 Menschen. Diese Realität ist vollkommen skurril. Andere NGO-Schiffe fahren in unsere Richtung. Verteilen auch Rettungswesten, versorgen die Notfälle, bergen ab. Ein deutsches Kriegsschiff setzt sich in die Mitte des Geschehens. Was macht das hier? Nichts! Noch nicht mal CP-Schiffe - Charlie Papa heißt praktisch jeder Kahn in der Flotte der italienischen Küstenwache - sind hier. Seit Monaten verlagern die staatlichen Schiffe ihre Machenschaften höher und höher in den Norden, um niemanden aus Versehen finden zu können.