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ISBN/EAN: 978-3-442-71608-1
Einband: kartoniertes Buch
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Originaltitel:
Rien où poser sa tête
Übersetzer:
Elisabeth Edl
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
288 S., 18 s/w Illustr.
Format (T/L/B):
2.2 x 18.9 x 11.9 cm

Hersteller:
Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
produktsicherheit@penguinrandomhouse.de
Neumarkter Straße 28
DE 81673 München


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Unser Tipp für Sie

Die Zurechtweisung der Blockwartsfrau, den Müll korrekt zu trennen, klingt wie eine Morddrohung. Frenkel schildert, wie sich die Entwicklung zur Katastrophe in kleinen, alltäglichen Begebenheiten niederschlägt. Die jüdische Polin führte in Berlin eine französische Buchhandlung, die sie erst nach Kriegsbeginn aufgab, um wie tausende andere zunächst nach Frankreich und dann weiter in die Schweiz zu fliehen. Die Mittel und Wege der Fluchthilfe unterschieden sich nicht sehr von den heutigen. Die Motive derer, die Scheinehen, Beherbergung, Schlepperei, etc. anboten, waren nicht immer selbstlos. Oft ging es ihnen um materielle oder auch „emotionale“ Ausnutzung der Schutzbedürftigen. Frenkel hatte Glück. Mit der Unterstützung eines mutigen Ehepaars, das in Nizza einen Friseursalon betrieb, gelang ihr nach mehreren gescheiterten Versuchen der illegale Übertritt über die Schweizer Grenze. Ihr Leben war gerettet, und sie hinterließ einen großartigen literarischen Bericht über Vichy-Frankreich: Eine Gesellschaft von Kollaborateuren und Antifaschistinnen; Franzosen, die die Deutschen hassen, aber die Juden noch mehr; Menschen, die – zu Flüchtlinge geworden – verloren in billigen Hotels, auf der Promenade des Anglais und hinter zugezogenen Vorhängen warten.

Beschreibung

Die Geschichte der jüdischen Buchhändlerin Françoise Frenkel, die achtzehn Jahre lang die erste französische Buchhandlung in Berlin leitete, 1939 durch das besetzte Frankreich floh und sich 1943 in die Schweiz retten konnte. Knapp siebzig Jahre nach seiner Veröffentlichung in einem kleinen Genfer Verlag wurde dieses außergewöhnliche Buch in Frankreich zufällig auf einem Flohmarkt wiederentdeckt und ist mit einem Vorwort von Patrick Modiano erstmals auf Deutsch erschienen.

Über Françoise Frenkel

Françoise Frenkel wurde 1889 in Piotrków, Polen geboren. Nach dem Literaturstudium in Paris eröffnete sie mit ihrem Mann 1921 die erste französische Buchhandlung in Berlin, "La Maison du Livre". 1939 verließ Frenkel, wenige Tage vor Kriegsbeginn, Berlin. Sie blieb neun Monate in Paris, von wo sie über Avignon weiter nach Nizza floh. 1942 versuchte sie ein erstes Mal, die schweizerische Grenze zu überqueren, wurde jedoch festgenommen und in Annecy inhaftiert. Nach ihrem Freispruch gelangte sie 1943 heimlich über die französisch-schweizerische Grenze nach Genf. Noch im selben Jahr begann sie mit der Niederschrift von Nichts, um sein Haupt zu betten, das 1945 erstmals im Schweizer Verlag Jeheber erschien. Françoise Frenkel starb 1975 in Nizza.