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ISBN/EAN: 978-3-947106-48-6
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
172 S.
Format (T/L/B):
2 x 20 x 13 cm

Hersteller:
Satyr Verlag Volker Surmann
produktsicherheit@satyr-verlag.de
Auerstr. 23-25
DE 10249 Berlin


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Unser Tipp für Sie

Der Klappentext feiert die Titanic-Redakteurin Ella Carina Werner als „eine der humorvollsten Kämpferinnen für den Feminismus“. Nach der Lektüre bleibt festzuhalten: ist nicht gelogen.

Eine Frau kurz vor der 40 widmet sich den existenziellen Fragen dieser Lebensphase: War das jetzt schon alles? Ist eine Viererbeziehung nicht eigentlich viel besser als eine Zweierbeziehung? Kann ich Googles Suchalgorithmen mithilfe von dicken, haarigen Hamstern verwirren? Werde ich wirklich eines Tages sterben? Wie verhalte ich mich am besten, damit der in die Wohnung bestellte Handwerker ja nicht befürchtet, ich wolle mit ihm schlafen? Alles „Fragen, auf die“, wie Ella Carina Werner selbst sagt, „mein neues Buch leider keine Antworten weiß, aber doch in 33 Geschichten immer tapfer danach sucht.“

Man merkt beim Lesen: Die Autorin mag Menschen. „Das ist mein Problem.“ Doch das nimmt den Texten keineswegs die satirische Schärfe. Sie sind liebevoll und scharfzüngig, zugewandt und bissig zugleich. Die Autorin schont niemanden, am wenigsten sich selbst. Vor allem aber: Ella Carina Werner ist eine Meisterin präzise platzierter One-Liner!

Im Zentrum ihrer Geschichten stehen, neben zahlreichen Zufallsbegegnungen (zum Beispiel mit geschäftsreisenden Sextouristinnen aus Singapur auf der Suche nach jungen deutschen Männern), häufig Familienmitglieder: der oberfeministisch mansplainende Onkel; die streitbare Tante, die keinen gültigen Fahrschein vorweisen kann, sich von einem Kontrolleur aber mal gar nix sagen lässt; die Töchter, die ihrer Mutter deren „heteronormative Kackfrage“ um die Ohren hauen; die sterbenskranke und gleichzeitig unerschütterlich lebensfrohe und trockenhumorige Oma; und nicht zuletzt die Mutter, die die Geburt der Erzählerin bei einer gemeinsamen Tasse Tee als eine Art Orgien-Mysterien-Spektakel erinnert, anderntags frohgemut die eigene Beerdigung als große Inszenierung plant („Selbstoptimierungskacke!“, „neoliberaler Mist“, schimpft die Tochter) – und die schließlich, in einem Anflug von „spät erblühtem Altersfeminismus“ (schimpft wiederum die Tochter) und mit spöttischem Blick auf den „niedlichen Feelgood-Feminismus“ der jungen Frauen von heute, ihr Bügeleisen verbrennt und ihre Eheurkunde gleich mit. Aber nicht die BHs. Die seien doch inzwischen alle aus umweltschädlichem Polyamid.

Kaum weniger wichtig für die Erzählerin sind ihre langjährigen Freundinnen Lisa und Kirsten. Mit ihnen wird das erste Mal Campen nach vielen Jahren die „Nacht der Nächte, die letzte große Nacht vor der Menopause“. Zwar haben sie ihr Zelt nicht wie einst auf einer italienischen Verkehrsinsel aufgeschlagen, sondern im elterlichen Garten; und während damals sehnsuchtsvolle Verehrer vor dem verschlossenen Zelteingang um Einlass flehten, platzt nun ungeniert die Mutter mit einer frischen Schale Erdnussflips herein. Aber manch alte Zelt-Regel gilt noch immer: „Erst masturbieren, wenn die anderen schlafen“!

Bei mehreren Flaschen Burgunder wird außerdem besprochen, ob (und wie) sie nun endlich eine Punkband gründen. Diese Geschichte ist eines der Glanzstücke des Büchleins, hier harmonieren Inhalt und Form vollkommen, denn der Text selbst ist Punk: schnell und dreckig. Und damit ist zumindest eine der existenziellen Fragen doch beantwortet: Ja, bitte!

Beschreibung

Für eine moderne Frau jenseits der dreißig steckt das Leben voller Fragen: Kann man jetzt noch eine Punkband gründen? Sind Viererbeziehungen nicht doch besser als Zweierbeziehungen? Wenn man dem Mann den Rücken krault, ist das schon unbezahlte Care-Arbeit? Muss man als Mutter Latte macchiato trinken, oder geht auch ein rotziger Filterkaffee? Muss man noch zelten, wenn man schon Geld hat? Und wann beginnt endlich die soziale Weltrevolution? Fragen, denen sich die Ich-Erzählerin gottlob nicht alleine stellen muss, sondern in Zwiegesprächen mit ihren wichtigsten Bezugspersonen. In 30 Geschichten treten auf: Ellas liebenswert-elegante Mutter, ihre überdrehte französischsprachige Cousine, eine blasierte Tante, die doch nicht ganz so verstorbene Urgroßmutter, eine Sextouristin aus Singapur in den Straßen von St. Pauli sowie eine munter-exzentrische Schar weiterer schlagfertiger Damen und der eine oder andere männliche Zaungast.

Über Ella Carina Werner

Ella Carina Wernerwuchs in Ostwestfalen als Tochter einer Bauchtänzerin und eines Psychologen auf. Seit 2016 ist sie Redakteurin des Satiremagazins Titanic in Frankfurt am Main und betreibt die Lesebühne »Liebe für alle« in Hamburg, wo sie mit ihrer Familie lebt. Außerdem schreibt sie regelmäßig humorvolle Texte für das Missy Magazine, die Satireseite der taz, die Frankfurter Rundschau u. a. Medien. Mit ihren komischen Geschichten und politischen Satiren tritt sie im deutsch sprachigen Raum auf, seit Kurzem auch mit Gitarre und selbst verfassten Liedern. 2011 war sie Mitbegründerin und ist seit her Mit organisatorin des »Diary Slam«, des ersten deutschen Tagebuch-Wettlesens in Hamburg. 2012 erschien ihr autobiografischer Roman »Die mit dem Bauch tanzt. Eine ostwestfälische Familien geschichte« bei Ullstein sowie 2017 »Rastavati«, gemeinsam mit Jutta Weber, bei Rowohlt.